Mit dem Blazor-Relaunch war carecom.de zweisprachig – Deutsch und Englisch. Seit Kurzem spricht die Seite vier Sprachen: Finnisch und Polnisch sind dazugekommen. Das eigentlich Bemerkenswerte daran ist, wie wenig Aufwand das war.
Warum gerade diese beiden Sprachen? Zuerst der menschliche Grund. Finnisch ist eine kleine Verbeugung vor der langjährigen Verbindung zu Konecranes – einem geschätzten Kunden, mit dem mich viele gemeinsame Projekte verbinden. Und Polnisch ist zwei polnischstämmigen, lieben Freunden gewidmet. Schöne Anlässe, einer Website ein paar Sprachen mehr zu schenken.
Aus professioneller Sicht ging es aber um etwas Größeres: zu zeigen, was der Einsatz von KI heute bei der Lokalisierung möglich macht. Mehrsprachigkeit war lange eine echte Hürde – Kosten, Koordination, Zeit. Genau diese Hürde verschiebt sich gerade spürbar.
Claude Code hat die Erweiterung in vier sauber getrennten Phasen erledigt: zuerst die Infrastruktur – Routing, Sprachumschalter, Konfiguration –, dann die kurzen Oberflächentexte, anschließend die längere Inline-Prosa der einzelnen Seiten und zuletzt die bestehenden Blog-Beiträge. Nach jeder Phase ein grüner Build und ein Commit. Insgesamt eine Sache von Stunden, nicht von Wochen.
Geholfen hat dabei die Architektur aus dem Relaunch: Die Lokalisierung beruht auf einem generischen Text-Record und einem Source-Generator, der je Bereich XML-Dateien einliest. Eine weitere Sprache ist dort im Grunde „nur eine zusätzliche Spalte". Finnisch und Polnisch zu ergänzen war damit überwiegend mechanisch – genau die strukturierte, wiederkehrende Arbeit, in der ein KI-Agent stark ist.
Trotzdem bleibt festzuhalten: Lokalisierung ist mehr als Übersetzung. Maschinelle Übersetzung ist heute bemerkenswert gut, aber ein menschlicher Blick bleibt wichtig – und hier liefern ihn die menschlichen Anlässe gleich mit: die Verbindung nach Finnland und die polnischen Freunde sind ein natürliches Korrektiv. Ein kleines, sichtbares Ergebnis ist übrigens der neue, kompakte Sprachumschalter oben rechts.
Für kleine und mittelständische Unternehmen heißt das: Ein internationales Publikum zu erreichen erfordert kein großes Lokalisierungsbudget mehr. Wenn Sie darüber nachdenken, Ihre Inhalte mehrsprachig anzubieten – sprechen Sie mich gerne an!
